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Die Vorteile einer beidseitigen CI-Versorgung mit zwei modernen
Cochlea-Implant-Systemen sind inzwischen durch wissenschaftliche Studien
zweifelsfrei erwiesen: Nur mit einer bilateralen Versorgung ist ein
Richtungshören möglich und das Sprachverständnis in geräuscherfüllter
oder halliger Umgebung (z.B. Party, Kirche) verbessert sich deutlich. Weiterhin
erfordert das Hören mit 2 CIs weniger Anstrengung, fällt leichter und
ermüdet weniger. Auch wird bei einer beidseitigen Versorgung immer das
"bessere" Ohr mitversorgt und im Falle eines
Implantatausfalls ist der Patient bis zur Reimplantation nicht taub.
Ein Schub in der Sprachentwicklung von Kindern ist
dagegen bei nachträglicher Versorgung der zweiten Seite nicht zu
erwarten. Dennoch kann das zweite CI den Ausschlag für die Entscheidung
zu Regelschule geben.
Das Hauptargument gegen eine beidseitige CI-Versorgung ist die fortschreitende
technische und medizinische Entwicklung und die Unsicherheit, ob ein jetzt CI-versorgtes Ohr später noch
für neue medizinische Therapien oder für die Reimplantation mit einem moderneren, leistungsfähigeren System zur
Verfügung stehen wird.
Zumindest für Kinder steht dem jedoch entgegen,
dass es auch für das Hören sogenannte entwicklungssensible Phasen gibt,
in denen ein akustischer Input vorhanden sein muss, damit überhaupt die
physiologischen Voraussetzungen für das Erlernen einer auditiven
Fähigkeit geschaffen werden können ("Was Hänschen nicht lernt, lernt
Hans nimmermehr"). Das heißt, es mag zwar vielleicht in der Zukunft bessere Therapien und bessere Technik geben,
der Patient wird aber davon nicht mehr profitieren.
Bei Erwachsenen werden in der Regel nicht 2 Implantate in ein und der
selben Operation eingesetzt. Ausnahme ist die Ertaubung nach einer Hirnhautenzündung
(Meningitis): In diesem Fall ist wegen der Gefahr einer unmittelbar
einsetzenden Verknöcherung der Cochlea eine sofortige beidseitige
Versorgung dringend zu empfehlen.
Bei Kindern dagegen ist eine sofortige beidseitige CI-Versorgung anzuraten, sofern nicht ein erhöhtes Narkoserisiko besteht
bzw. das Kind noch zu klein ist.
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